Leopold Harwarth

Schlosser. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1901    † 1944

 

Lebenslauf

Leopold Harwarth wurde am 13.8.1901 in Wien geboren. Er arbeitete als Schlosser. 1931 war er für drei Monate in der Sowjetunion in Rostow/Donau.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 22. 7. 1942 wurde Leopold Harwath verhaftet und am 4. 10. 1943 gemeinsam mit Johann Böhm (hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 7.2.1944 erfolgte seine Hinrichtung im Landesgericht I in Wien.

Aus dem Urteil

„Im Juni 1940 beschlossen Harwarth und sein Arbeitskamerad Leopold Müller in den Ostmark-Werken wieder eine kommunistische Betriebszelle zu gründen. Die Anregung dazu gab Müller; er erklärte, er habe bereits eine Verbindung zu Funktionären der Stadtleitung der KPÖ, von der er auch illegale Flugschriften erhalten solle. (…) Während die besten Söhne unseres Volkes draußen an der Front für die Freiheit Deutschlands und Europas sowie für die Kulturgüter der ganzen Menschheit ihr Leben lassen, haben die drei Angeklagten Böhm, Harwarth und Hölscher es in der Heimat unternommen, dem Bolschewismus zum Sieg zu verhelfen. Böhm und Harwarth haben dabei als Vertrauensmänner der DAF ein infames Doppelspiel getrieben. Hölscher hat sich seine einschlägige Vorstrafe nicht zur Warnung dienen lassen. Unter diesen Umständen konnte auch ihren guten Arbeitsleistungen im Betriebe keine strafmildernde Bedeutung beigemessen werden. Die Todesstrafe ist die allein schuldangemessene und dem Schutzbedürfnis des Reiches entsprechende Sühne.“

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen und Bildnachweise

  • Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Bild Fallbeil/Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Andere Bildrechte: Angabe bei Anklicken des Bildes (Bildinformation)
  • Andere Bilder: Privatbesitz oder Verein Zur Erinnerung

Porträt erstellt von Jürgen Heimlich, Verein Zur Erinnerung, auf Basis der angegebenen Quellen.

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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